Samira Schaaf
Fragt sich, wieso man die Realität nicht wie in Träumen grenzenlos erschaffen kann.
Typisch Sam: Absoluter Langschläfer.
ss481@hdm-stuttgart.de
Viel Spaß beim Lesen !!!
Nächtliche Schatten
Eine Blumenwiese, welche auf den ersten Blick bunt und fröhlich wirkt,
kann im nächste Moment zu etwas bedrohlichem werden.
Wir alle tun es … Manche von uns mehr, andere weniger – Träumen. Nicht immer können wir sie uns merken, doch bestimmte Träume bleiben in Erinnerung und prägen uns nach dem Aufwachen – sie beschäftigen uns. Wir fragen uns vielleicht, nach der Bedeutung des gerade geträumten. Was wollen uns unsere Träume sagen?
Kurzgeschichte Text & Bilder: Samira Schaaf
Meine Augen sind geschlossen – ich spüre die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut und durch meine Augenlieder dringt die Helligkeit. Es riecht nach Frühling. Ich höre das Summen der Bienen und das Zwitschern der Vögel. Ich öffne meine Augen – sehe den blauen wolkenlosen Himmel. Wie ein Käfer auf dem Rücken. Das Aufsetzen fällt mir schwer, mein dicker Bauch ist mir im Weg – ich bin schwanger. Meine langen Haare wehen mir ins Gesicht und ich rieche den Duft blühender Wiesenblumen. Ich liege mitten auf einer Wiese. Um mich herum wachsen wild durcheinander Blumen. Sie sind blau, violett, orange und weiß. Wie schön. Ich pflücke eine weiße Blume.
Plötzlich wird es dunkler. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne, es beginnt zu regnen. Ich beeile mich und laufe zu einem Haus. Ich kenne es nicht, trete ein. Der Geruch von leckerem Essen kommt mir entgegen. Bratkartoffeln? Mein Geruchssinn ist durch die Schwangerschaft sehr ausgeprägt. „Hast du Hunger?“. Ich drehe mich nach der freundlichen Stimme um. Mein Mann steht im Türrahmen. Ich lächle und nicke – fühle mich glücklich. In meiner Hand halte ich die weiße Blume. Während ich sie ansehe, beginnt sie zu meinem Schrecken zu welken. Ich lasse sie fallen und der Raum um mich herum verschwindet in die Ferne, als würde er aufgesaugt werden.
Ich bin alleine – habe Angst. Es ist dunkel, ich kann nichts sehen. Ich höre einen grellen Schrei – es ist mein eigener. Plötzlich spüre ich starke Schmerzen. Mein Baby. In mir steigt Panik auf. Was soll ich tun? Darauf bin ich nicht vorbereitet. Hilflos und alleine. Ein weiterer Schrei dringt durch meine Kehle. Wieso hört mich niemand? Plötzlich ist es da. Ich halte mein Baby in meinen Armen, doch ich kann sein Gesicht nicht sehen. Wieso kann ich es nicht sehen? Die Stille ist verschwunden. Um mich herum baut sich ein immer lauter werdendes Stimmengewirr auf. Ich schaue auf.
Auch die Dunkelheit ist verschwunden. Menschen in weiß gekleidet – sie sind überall. Keiner scheint mich zu bemerken. Ich höre mich reden: „Bitte helfen Sie mir doch! Sehen Sie nicht? Ich brauche Hilfe!“. Niemand scheint mich zu hören. Ich will schreien. Es bleibt mir in der Kehle stecken. Ich kämpfe dagegen an – keine Chance. Wieso sieht mich denn niemand? Plötzlich steht eine schwarze Gestalt mitten im Raum. Um sie herum immer noch die weiß gekleideten Menschen. Sie scheinen auch die Gestalt nicht zu bemerken. Doch die Gestalt bemerkt mich. Ich habe Angst.
Ich renne. Ich weiß nicht wo hin. Hinter mir ist die schwarze Gestalt – ich bin auf der Flucht. In den Armen halte ich eng an mich gedrückt mein Baby. Ich bekomme kaum Luft, das Rennen fällt mir schwer. Meine Beine fühlen sich an wie gelähmt. Ich komme nicht vorwärts – ich klebe auf der Stelle fest. Was ist das für eine Gestalt? Frage ich mich. Was will sie von mir? Ich komme kaum von der Stelle. Die Gestalt kommt mir immer näher. Mein Baby fängt an zu schreien. Aus dem Nichts erscheint mein Mann vor mir. Ich will, dass er mit mir mitrennt. Er bleibt stehen – reagiert nicht auf meine Worte. „Komm! Schnell!“. Ich versuche ihn mitzuziehen – keine Chance. Die schwarze Gestalt erreicht uns. Sie umhüllt ihn. Ich höre mich schreien. Sie löst sich auf, zerfällt zu Staub. Mein Mann liegt am Boden – tot. „Neeeiiiin!“. Alles um mich herum löst sich auf. Ich bin wach – liege in meinem Bett. Erleichterung. Ich schaue neben mich. Wo ist mein Mann? Mein Herz klopft. Ich höre ein Schreien. Mein Baby. Im nächsten Moment kommt mein Mann mit unserem Baby im Arm durch die Tür. Er wiegt es tröstend hin und her. Es beruhigt sich, hört auf zu weinen.
Was ist gerade passiert? Was war das für ein Traum? Ob er eine Bedeutung hat? Ich lege mich wieder hin und nehme mir fest vor die Bedeutung am nächsten Morgen zu recherchieren…
Traumsymbole
Schwangerschaft
Eigene Schwangerschaft: Steht für heranreifende bislang unerfüllte Hoffnungen
und Träume oder eine seelische Wiedergeburt durch Neuorientierung im Leben.
Ausbildung einer neuen Persönlichkeit oder neuer Charakterzüge.
Oder auch Geduld, Schmerz und anschließender Verzicht.
Schwangerschaft des Partners: Wunsch, dass dieser mehr Verantwortung übernimmt.
Die genauen Mechanismen sind unklar, jedoch glauben viele Forscher, dass ein Grund darin liegt, dass das Hören von Musik die Freisetzung von Opioiden im Gehirn – die natürlichen Schmerzmittel des Körpers – auslöst.
Blumen
Blumenwiese: wild durcheinander wachsende Blumen symbolisieren Lebensfreude
Welkende Blumen: stehen für Trauer oder Sorge
Knospen: neuer Lebensabschnitt
Blumen als Geschenk: Aufforderung zur Stärkung des Selbstbewusstseins
Arrangierter Blumenstrauß: verweist auf Ordnung im Leben
Unsichtbarkeit
Das Gefühl haben, nicht wahr-genommen oder anerkannt zu werden.
Man fühlt sich missachtet oder ausgeschlossen.
Farben
Blau: Ferne, Sehnsucht, Harmonie, Vertrauen, Treue
Violett: Trauer, Ruhe Buße
Orange: Lebensfreude, Tatkraft, Energie
Weiß: Friede, Neutralität, Reinheit, Anstand
Fehlende Gesichter
Bei anderen Personen: Verstehbar als Hinweis auf der Suche nach der eigenen Identität
Eigenes Gesicht verlieren: Warnung, dass eigene Psyche in Unordnung gerät
Verfolgung durch schwarze Gestalt
Der Versuch vor einer Situation/einem Gefühl zu entkommen. Einholende Schuldgefühle. Oder eine innere Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit.
Nacktheit
Mit Schamgefühl: Angst bloßgestellt zu werden und Verletzlichkeit.
Verdeckte Genitalien: Fehlendes Selbstbewusstsein zu sich selber zu stehen und Scham.
Dabei wohlfühlend: Sehnsucht danach, sich so zeigen zu können, wie man wirklich ist.
Drang zur freien Meinungsäußerung.
Neutral: Hinweis an das Unterbe-wusstsein sich offener und ehrlicher zu verhalten.
Nicht vom Fleck kommen
Hinweis auf eine belastende Situation, die zu Enttäuschung führen kann.
Tod
Eigener Tod: Ende eines Kapitels im Leben, Veränderung der bisherigen Lebensumstände
Tod nahestehender Person: Person kann aus dem eigenen Umfeld schwinden (Abschied, gehen lassen).
Man sollte sie nicht als zu selbstverständlich sehen.
Zähne
Ausfallen: Schlechte Nachrichten bahnen sich an. Warnung vor Unglück oder Verlust.
Gezogen bekommen: Finanzielle Schwierigkeiten oder Enttäuschungen
Fliegen
Allgemein: Freiheit und Unabhängigkeit, leichte Überwindung von Hindernissen im Leben, sexuelle Empfindungen
Nach oben: Über-schätzung des eigenen Selbstbewusstseins, Absturzgefahr (Niederlage)
